Referent:
Dr. Dominique Prümm

Dr. Pierre Dominique Prümm ist seit dem 1. Juli 2019 Vorstand Aviation und Infrastruktur bei der FRAPORT AG.
Ihm unterstehen die Bereiche „Aviation“ und „Zentrales Infrastrukturmanage-ment“. Herr Dr. Prümm arbeitet seit 2006 für die Fraport.
Von 2006 bis 2009 zunächst als Leiter „Konzernstrategie“ und im Anschluss bis 2012 als Bereichsleiter „Unternehmensentwicklung“.
Von 2012 bis März 2018 verantwortete er als Geschäftsbereichsleiter den Bereich „Flug- und Terminalbetrieb, Unternehmenssicherheit“ und wurde im April 2018 zum Bereichsvorstand Aviation benannt.
Vor seinem Wechsel zur Fraport AG war Herr Dr. Prümm von 2004 bis 2006 als Leiter „Strategische Unternehmensentwicklung, Controlling und Beteiligungscontrolling“ bei der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH tätig. Zuvor agierte er als „Vice President Corporate Strategy“ bei der Amadeus Germany GmbH (2001 bis 2004). Von 1998 bis 2000 war er als „Bereichsleiter Public Management“ bei der Kienbaum Management Consultants GmbH tätig.
Im Januar 2021 ist Dr. Pierre Dominique Prümm in den Vorstand der Air Cargo Community Frankfurt e. V. (ACCF) gewählt worden. Er vertritt damit im Luftfracht-Branchenverband die Positionen des Flughafenbetreibers.
Dr. Pierre Dominique Prümm promovierte im April 2005 zum Dr. rer. oec an der Technischen Universität Berlin. Er ist Diplom-Kaufmann und Diplom-Politologe. Dr. Pierre Dominique Prümm ist deutscher Staatsbürger.
Eine gelungene Veranstaltung

Am 26. September hatte die rwp Herrn Dr. Dominique Prümm, Vorstand Aviation und Infrastruktur der FRAPORT AG, zu Gast. Er referierte zum Thema „Aktuelle Herausforderungen des Frankfurter Flughafens“.
„Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis“, so der Einstieg von Herrn Dr. Prümm in seinen Vortrag. Die Luftfahrt hat eine herausragende Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und bietet hunderttausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Beschäftigung in unterschiedlichsten Berufsqualifikationen. Die eigentliche Bedeutung des Luftverkehrs geht aber weit über die Arbeitsplätze in der Luftfahrt hinaus. Zum einen leistet Luftverkehr einen großen Beitrag zur individuellen Mobilität der Menschen und fördert so Völkerverständigung und kulturellen Austausch. Zum anderen verbindet die Luftfahrt deutsche Unternehmen mit wichtigen Zulieferer- und Absatzmärkten in aller Welt. Dabei spielt die Luftfracht eine wichtige Rolle – gerade im Handel mit Ländern außerhalb Europas.
Herr Dr. Prümm berichtete, dass die Fraport AG der Betreiber des größten deutschen Flughafenstandortes in Frankfurt ist und das Unternehmen an 30 anderen Standorten weltweit tätig ist. Ein Blick auf die aktuelle Verkehrsentwicklung zeige jedoch ein sehr gemischtes Bild. Einerseits sei eine fortlaufende Erholung der Passagierzahlen im Vergleich zu den Jahren der Corona-Pandemie eine zunächst positive Entwicklung. Andererseits sei mit dem Blick über die Grenzen erkennbar, dass der Frankfurter Flughafen im internationalen Vergleich bei der Passagierentwicklung deutlich hinterherhinke.
Mehr als 50 % der Passagiere nutzen den Flughafen als Umsteigeflughafen, ohne ein- und auszusteigen. Nur durch diese Umsteiger könnte die FRAPORT aktuell in Frankfurt mit ihren Airlines Direktverbindungen mit 83 Airlines zu 282 Destinationen in 90 Ländern anbieten. Ohne Umsteiger wäre es nur ein kleiner Bruchteil dies Angebotsportfolios.
Besorgniserregend sei die schwache Verkehrsentwicklung in Deutschland, da die so wichtigen Umsteigerpassagiere heute eine Vielzahl von Möglichkeiten hätten, ihre Flüge zu buchen und kein deutsches Drehkreuz, nicht einmal ein europäisches Drehkreuz nutzen müssten. Neben den Herausforderungen der rückläufigen Passagierzahlen erschweren die nationalen Entscheidungen der Politik bspw. in Form weiterer Erhöhung der Standortkosten und der Flugsicherungsgebühren zusätzlich und belastet den Frankfurter Flughafen im nationalen Standortwettbewerb.
Der Frankfurter Airport war im Jahr 2023 mit rund 2 Mio. Tonnen Cargo zwar Europas Cargo-Hub Nummer 1, die Nahost-Hubs haben jedoch ihre Krise überwunden und entwickeln sich oberhalb ihrer europäischen Konkurrenten. Ein streikintensives erstes Quartal 2024 führte leider erneut zu deutlichem Rückstand der Deutschen Flughäfen. Die FRAPORT AG setze bis 20230 – so Dr. Prümm – auf strategische Prioritäten wie Wachstum & Nachhaltigkeit, Effizienz & Innovation sowie wieder TOP Arbeitgeber zu werden um ihre Ziele zu erreichen. Der wichtigste Hebel dabei sei das Miteinander!
Zum Abschluss ging Dr. Prümm noch kurz darauf ein, dass die FRAPORT AG dringend eine Initiative für mehr Wachstum und Stärkung am Luftverkehrsstandort Deutschland benötige und plädierte abschließend für angemessene Standortkosten, effiziente Abfertigung und sichere Arbeitsplätze. Die erkennbaren Trends seien keine Warnsignale mehr!